Was wäre, wenn wir in komplexen Situationen nicht sofort ins gemeinsame Arbeiten kämen – sondern erst einmal Community bilden?
Also: Erst Community – dann Zusammenarbeit.
Gerade wenn Situationen komplex, Veränderungen groß und
Perspektiven unterschiedlich sind, investieren wir in Strukturen, Ziele, Prozesse und
Lösungen. Das ist relevant und wichtig.
Und wir wäres es, wenn wir vorher auch noch in etwas anderes investieren:
In die Verbindung zwischen Menschen?
Denn bevor Menschen gemeinsam gute Lösungen entwickeln
können, dürfen sie sich begegnen, zuhören und eine gemeinsame Basis entwickeln
– ohne ihre jeweiligen Situationen und Unterschiede dabei aufgeben zu müssen.
Diese Überzeugung begleitet mich schon lange. Sie ist
geprägt von meinen Erfahrungen als Kind und Jugendliche im Ausland und in
verschiedenen Gastfamilien: andere Sprachen, Gewohnheiten und Sichtweisen. Früh
habe ich erlebt, dass Menschen die Welt sehr unterschiedlich sehen – und sich
trotzdem begegnen und miteinander verbunden sein können. Oder eben auch nicht.
Ich habe interkulturelle Kommunikation und BWL studiert,
weil mich genau das fasziniert hat:
Was passiert, wenn Menschen mit unterschiedlichen Prägungen, Erfahrungen und Perspektiven aufeinandertreffen?
Und was braucht es, damit daraus Begegnung und nicht Trennung entsteht?
Fragen, die mitgewachsen sind.
13 Jahre habe ich Menschen gecoacht, Gruppen begleitet
und Veränderungsprozesse in Organisationen erlebt. Dabei hat mich fasziniert,
was möglich wird, wenn Menschen sich aufeinander einlassen: wenn
Vertrauen entsteht, Persönliches sichtbar wird und aus dem Miteinander
Inspiration und Motivation entstehen können.
Gleichzeitig ist die Erkenntnis gewachsen, dass es noch etwas anderes braucht, damit diese Entwicklungen auch nachhaltig wirken können.
Die Pandemie hat diese Frage für mich noch einmal verstärkt.
Wir haben erlebt, wie schnell gesellschaftliche Verbindungen brüchig werden
können, wie unterschiedlich Menschen dieselbe Realität erleben – und wie schwer
es sein kann, auf Basis dieser Unterschiede im Gespräch zu bleiben.
Was schafft Vertrauen? Was hält Menschen miteinander in
Verbindung? Und was brauchen wir, damit wir auch dann gemeinsam handlungsfähig
bleiben, wenn es schwierig wird?
Vom Team zur Community
Im Community Building nach Scott Peck und Community Building
International fand ich vor einigen Jahren einen Ansatz, der vieles von dem
zusammenbringt, was mich beschäftigt.
Nicht mit dem Ziel, Menschen ähnlicher zu machen. Sondern
als Prozess, in dem Unterschiede sichtbar sein dürfen und Menschen gleichzeitig
eine andere Qualität des Miteinanders erfahren.
Was mich daran begeistert:
Diese Qualität wird innerhalb kurzer Zeit konkret erfahrbar.
Menschen hören einander zu. Sie verstehen einander besser.
Vertrauen kann entstehen. Gewohnte Sichtweisen und Zuschreibungen verändern
sich.
Daher habe ich mich entschieden, meine Erfahrungen zu fokussieren und das Common
Ground Lab – Community Building für Organisationen zu gründen.
Die Gründung ist für mich eine Verdichtung aus meinen
Erfahrungen mit Menschen und Organisationen, der Beschäftigung mit Verbindung
über Unterschiede hinweg sowie Community Building.
Common Ground Lab verbindet diese Erfahrungen und gibt
meiner Arbeit einen neuen Rahmen.
Dabei arbeite ich neben Community Building, je nach
Situation und Anliegen, auch mit anderen Methoden aus Organisationsentwicklung,
Coaching, Kommunikation und Moderation.
Warum Common Ground Lab?
Wir erleben gesellschaftlich wie organisatorisch eine Zeit
des Wandels. Strukturen verändern sich, Technologien verändern unsere
Arbeitswelt, Perspektiven und Lebensrealitäten werden vielfältiger.
Gleichzeitig wächst die Herausforderung, trotz dieser Unterschiede miteinander
im Gespräch und handlungsfähig zu bleiben.
Meine These lautet: Wir brauchen nicht weniger
Unterschiedlichkeit, sondern mehr Fähigkeit zur Verbindung.
Ich schaffe Räume, in denen Menschen einander begegnen,
zuhören und eine gemeinsame Basis entwickeln können – als Grundlage für
Zusammenarbeit, die trägt.
Dabei geht es nicht primär um Harmonie. Es geht vielmehr
darum, Verbindung und Handlungsfähigkeit auf- und auszubauen.
Und damit schließt sich für mich der Kreis zu meiner Vision:
Was wäre, wenn wir in komplexen Situationen nicht sofort ins gemeinsame Arbeiten kämen – sondern uns erst einmal menschlich, jenseits aller Rollen begegnen?